Zeitspiel nervt und ist unfair!

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Die Bayern hatten es nötig, fast 90 Minuten hatte sie der FC Liverpool über den Rasen von Anfield gescheucht. Nur noch wenige Minuten waren zu absolvieren, da sank Javi Martínez zu Boden und signalisierte einen Krampf.


Später im Interview gab Nico Kovac zu, was sich viele schon dachten: „Wir wissen alle, wie es ist: Es ist kurz vor Ultimo, da versucht man ein bisschen Zeit zu schinden. Javi hat gute Laufleistungswerte, das heißt, er kann gar keinen Krampf gehabt haben.”

Endlich gibt es mal ein Betroffener zu! So löblich es sein mag, die Wahrheit auszusprechen, die eigentliche Tat macht es dadurch nicht besser!

Woche für Woche wird auf allen Fußballplätzen an der Uhr gedreht. Ob in der Kreisklasse oder in der Champions League. Spieler des Teams, welches kurz vor Schluss mehr zu verlieren hat, bekommen auf einmal Krämpfe, wechseln den Freistoßschützen oder beharren auf den einen Spielball, der gerade weit aus dem Feld gedroschen wurde.

Für Niko Kovac und viele andere scheint es bereits fest zum Spiel dazuzugehören. Auch ich denke, dass es bis zu einem gewissen Rahmen normal ist und auch nicht weiter schlimm. Doch mittlerweile nimmt es oftmals Überhand. Auswechslungen werden extra in die Nachspielzeit gelegt, da die dann verloren gegangene Zeit oftmals nicht so genau nachgespielt wird, wie wenn der Wechsel innerhalb der regulären Spielzeit über die Bühne gehen würde.

Für mich hat das ganze in solch einem Ausmaß wenig mit dem Fair-Play-Gedanken zu tun. Die Verantwortlichen des FC Bayern haben in letzter Zeit immer häufiger an genau diesen Gedanken appelliert. Scheinbar wird dort jetzt mit zweierlei Maß gemessen.

Aber zurück zum Thema Zeitspiel: Die Schiedsrichter sind besonders bei Verletzungen in der schwierigen Situation, entscheiden zu müssen, ob nun eine ernsthafte Verletzung vorliegt oder nicht. Da Schiedsrichter auch nur Menschen sind und nicht in den Spieler reinschauen können, ist es allzu natürlich, dass sie dies nicht immer richtig beurteilen können.

Die FIFA und die UEFA sollten sich darüber Gedanken machen, wie man das Zeitspiel von Verbandsseite bekämpfen kann. Ein Vorschlag wäre Auswechslungen nur noch in den regulären 90. Minuten zu erlauben oder die Uhr grundsätzlich in der Nachspielzeit bei Unterbrechungen anzuhalten.

Ich hoffe, dass man sich diesem Thema mittelfristig annehmen wird, um so wieder für mehr Fairness und Spannung zu sorgen.


Bis zur nächsten Grätsche
Euer Grischa



Autor und Fußball-Experte Grischa Hindel ist bei TorAlarm für redaktionelle Inhalte zuständig. In seiner Kolumne Grischas Grätsche schreibt er jede Woche ganz persönlich über das aktuelle Fußballgeschehen und alles, was ihn bewegt - begeistert, amüsiert, nervt. Seit seiner Kindheit dem runden Leder verschrieben, war er auf dem Fußballplatz selbst aktiv und später regelmäßig als Fan im Stadion. Heute ist er voller Fußball-Know-how, das wir Euch nicht vorenthalten wollen.

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