Schiedsrichter sind auch Fußballer

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Zuletzt häuften sich Meldungen über die Gewalt gegen Schiedsrichter auf dem Fußballplatz. Erst am vergangenen Wochenende streikten die Berliner Schiedsrichter, während am selbigen ein Kollege in Hessen krankenhausreif geschlagen wurde. Der DFB reagierte mit einem offenen Brief. Doch warme Worte werden nicht reichen.


Es gibt kaum eine Sportart, in der Schiedsrichter weniger respektiert werden als im Fußball. Dies ist bei weitem nicht nur in Deutschland ein großes Problem, sondern weltweit zu beobachten. Dazu kommt, dass dieses Thema leider auch nicht neu ist. Doch nun scheint es vielleicht endlich die Aufmerksamkeit zu bekommen, die es braucht!

Erst letztes Wochenende wurde Franck Ribery nach einem Serie A Spiel gegenüber einem Schiedsrichter-Assistenten handgreiflich. Hierzulande bezeichnete Holger Badstuber das Schiedsrichter-Team als “Muschis”. Gestandene Profis, denen wöchentlich Millionen Menschen zusehen. Sie dienen als Vorbilder für alle Fußballer, besonders im Amateursport. Die Strafen für beide fielen dafür durchaus gering aus.
Ribery muss nun drei Spiele zusehen und einen, für seine Verhältnisse, Kleckerbetrag als Strafe zahlen. Badstuber hingegen muss sogar nur ein Spiel zusätzlich zu seiner Gelb-Rot-Sperre pausieren und ebenfalls nicht allzu tief in seine Tasche greifen. Ob die beiden und ihre Nachahmer etwas daraus lernen oder dadurch der Respekt vor den Schiedsrichtern steigt, bleibt mehr als fraglich.

Für mich ist hier vor allem der Deutsche Fußball Bund in der Verantwortung. Der DFB muss durch seine Landesverbände bis in die untersten Klassen dafür Sorgen, dass die Schiedsrichter wieder mehr respektiert werden. Es kann nicht die einzige Lösung sein, dass klamme Amateurvereine nun jedes Wochenende noch zusätzlich Security-Dienste bezahlen müssen, um die Sicherheit der Schiedsrichter zu gewährleisten. Vielmehr muss der DFB Geld in die Hand nehmen, um einerseits Präventivmaßnahmen wie bessere Regelschulung für Spieler zu organisieren und andererseits Akutmaßnahmen wie den Schutz der Unparteiischen mitzufinanzieren.

Schiedsrichter sollten nicht als notwendiges Übel gesehen werden, sondern als ebenfalls aktive Sportreibende, die der Dreh- und Angelpunkt des Spiels sind. Ohne sie wäre das Spiel unmöglich. Jedenfalls heutzutage.

Schaut man in die Zukunft könnte ich mir als Präventivmaßnahme ebenfalls gut vorstellen, Spiele im Jugendbereich ohne Schiedsrichter stattfinden zu lassen. So würde man die Regeln und das Fairplay eindeutig in den Vordergrund stellen.
Eine weitere Option wäre es, die Jugendspieler selbst als Schiedsrichter einzusetzen. So hätten sie die Möglichkeit, einen Perspektivwechsel vorzunehmen und die Herausforderungen und Schwierigkeiten eines Schiedsrichters besser nachzuvollziehen. Das könnte dazu führen, dass Schiedsrichter nicht mehr als “verweichlicht” oder Ähnliches dargestellt werden, da so jeder am eigenen Leib spüren würde, wie viel Stärke es braucht, um ein Fußballspiel zu leiten.

Wie ich es selbst häufig in meiner aktiven Karriere mitbekommen habe und wie es auch jetzt der Fall Badstuber zeigt, herrscht in Fußballer Kreisen oft das Vorurteil, dass Schiedsrichter zu schwach oder zu schlecht für den Sport sind, sodass ihnen nichts anderes übrig bleibt als Schiedsrichter zu werden. Damit gilt es endlich aufzuhören, denn dies ist nichts mehr als ein schlechtes Vorurteil! Schiedsrichter sind genauso Fußballer wie alle anderen, sie spielen nur auf einer anderen Position!


Bis zur nächsten Grätsche
Euer Grischa




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