Pyrotechnik bis zum Erbrechen

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An diesem Wochenende kommt es in einem (2.) Bundesliga-Stadion zum erstmaligen kontrollierten und genehmigten Abbrennen von Pyrotechnik. Es ist eine Ausnahmegenehmigung, mit der viele nicht so richtig zufrieden scheinen.


Zuerst einmal finde ich das Engagement der beteiligten Personen, des HSV und der einzelnen Organisationen sehr löblich. Die Debatte rund um das Thema Pyrotechnik beim Fußball ist seit Jahren besonders festgefahren, was es besonders schwer macht, aus dieser Patt-Situation herauszukommen und vernünftige Vorschläge zu unterbreiten.

Doch auch der Vorstoß des HSV, so konstruktiv er auch sein mag, wird keine Dauerlösung sein. Die meisten aktiven Fans und Ultras sehen diesen Umgang mit Pyrotechnik sehr kritisch, da in einer solchen Vorgehensweise Aspekte wie die Sicherheit und die Bespaßung der anderen Zuschauer im Vordergrund stehen - genau darum geht es den besagten Fangruppen aber am allerwenigsten. Denn zum einen stirbt bei vielen aktiven Fans Freiheit mit Sicherheit und zum anderen wollen sie nicht Teil des Entertainment-Business Bundesliga sein. Dazu steht bei vielen “Hardcore-Fans” der emotionale Aspekt im Vordergrund. Die Vereine und Verbände haben allerdings ihrerseits ein großes Interesse an der Sicherheit der Stadionbesucher und sehnen sich nach wie vor danach, das Bundesliga-Spiel zu einem echten und möglichst vorhersehbaren Event zu machen.

Der einzige gemeinsame Nenner, der sich aus meiner Sicht finden lässt, ist Pyrotechnik als besondere Unterstützung der Mannschaft anzuerkennen. Leider scheint aber genau das bei allen Parteien in dieser Debatte immer mehr in den Hintergrund zu rücken.
Die Auseinandersetzung zwischen Verbänden und Fans ist schon lange zu einem Kampf geworden, in dem es darum geht, wer letztendlich den Fußball mehr gestalten kann.
Das gipfelt oft in der Frage: Wem gehört überhaupt der Fußball?

Doch wie so oft in der heutigen Zeit gibt es auf eine solche komplexe Frage keine einfache Antwort. Das einzige was sicher ist, ist, dass der Fußball allen gehört. Er mag zwar von wenigen Leuten an der Spitze bestimmt werden, aber gehören tut er allen. Den Fans, dem einfachen Zuschauer, den Spielern, den Trainern und auch den Funktionären. Und fragt man all diese Menschen, was den Fußball für sie ausmacht, wird man tausende unterschiedliche Antworten bekommen.

Was bedeutet das also für das Thema Pyrotechnik: Die Debatte wird immer weiter gehen, ohne dass es einen nennenswerten Schritt nach vorne oder zurück geben wird, da zurecht keiner den Anspruch, den Fußball so zu gestalten wie er oder sie es möchte, aufgeben wird. Auf der einen Seite die Ultras und aktiven Fans, die sich nicht einschränken lassen werden und auf der anderen die Verbände und Sicherheitsorgane, die ihre Kontrolle weiter ausbauen wollen. Genauso die vielen anderen Fans, Trainer und Spieler, die zwar irgendwie eine Meinung dazu haben, aber eigentlich lieber das Spiel in den Vordergrund stellen wollen, egal ob mit oder ohne Pyro.


Bis zur nächsten Grätsche
Euer Grischa




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