Fußball-Deutschland gehört nicht Ihnen, Herr Hoeneß!

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Was war da in den letzten Wochen schon wieder los? Uli Hoeneß redete sich ein ums andere Mal in Rage. Im Fokus standen der DFB, allem voran die Führung der Nationalmannschaft, und Marc-André ter Stegen. Nicht nur einmal schoss der Noch-Präsident dabei über das Ziel hinaus.


Vorab sei noch einmal erwähnt, dass Uli Hoeneß selbstverständlich große Verdienste rund um den deutschen Fußball, aber natürlich vor allem um den FC Bayern München hat. Dennoch ist es wichtig auch über seine Verfehlungen, die sich besonders in der letzten Zeit häuften, zu reden.

Nachdem bereits schon letzte Woche die Hoeneß-Aussagen zu Marc-André ter Stegen Thema waren, legte der Bayern-Präsident nun noch einen drauf und erreichte damit den Gipfel seiner Tiraden. Er drohte nämlich öffentlich damit, keine Nationalspieler an den DFB mehr abzustellen, wenn ein Torwartwechsel stattfinden würde. Diese Aussage, emotional wie ein bockiges Kind, sollte man trotzdem ernst nehmen.

Was steckt da für ein Selbstbild hinter? Wer steht über wem? Ist der FC Bayern mehr wert als die Nationalmannschaft? Glaubt Hoeneß wirklich, dem Bundestrainer diktieren zu können, welche Personalentscheidungen dieser zu treffen hat? Fragen über Fragen, auf die man durchaus besorgniserregende Antworten finden kann. Es ist das eine, die Interessen seines Klubs gegenüber dem Verband zu vertreten. Aber auch da gibt es selbstverständlich Grenzen, die in diesem Fall deutlich überschritten wurden.

Eine weitere Frage, die ich mir stelle: Was denken Spieler des FC Bayern wie Joshua Kimmich, Serge Gnabry oder Niklas Süle, die ebenfalls in der Nationalmannschaft tätig sind, über solche Aussagen? Joshua Kimmich ließ mit einer für unseren Zeitgeist relativ klaren Aussage durchblicken, dass er die Anliegen von Marc-André ter Stegen bei weitem nicht so dramatisch findet wie der Präsident seines Arbeitgebers. Kimmich verteidigte Löw sogar noch weiter, indem er deutlich sagte, dass der Bundestrainer immer klargestellt hat, dass Neuer die Nummer Eins ist.

Mich würde zu gerne interessieren, was Spieler wie Kimmich und Co. nun über die Boykott-Drohungen von Uli Hoeneß denken. Hoeneß, der aufgrund eigener Erfahrung selbst weiß, wie bedeutend Länderspiel-Nominierungen sein können, missachtet die Interessen der eigenen Spieler. Denn ich glaube nicht, dass ein Serge Gnabry nicht mehr zur Nationalmannschaft reisen würde, nur weil Manuel Neuer nicht mehr die Nummer Eins ist. Warum sollte er auch darauf verzichten? Schließlich ist das der normale sportliche Wettkampf, dem sich alle Auswahlspieler stellen müssen.

Der FC Bayern ist und bleibt als der größte Verein in Deutschland natürlich auch der wichtigste, dennoch oder gerade deswegen sollte der Verein sehr vorsichtig mit solchen Drohungen sein. Vor der Nationalmannschaft sollten alle Vereine gleich sein, denn letztendlich geht es dabei in erster Linie nur um die Spieler und nicht um die einzelnen Klubs!


Bis zur nächsten Grätsche
Euer Grischa




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