Drei Ecken ein Elfer

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Wer kennt sie nicht? Die gute alte Straßenfußball-Regel. Im Zuge der Handspiel-Diskussion in den letzten Wochen musste ich immer wieder an diese alte Regel von der Straße denken.


Gefühlt kommt es mittlerweile fast genauso häufig zu Elfmetern wie früher vor Omas Garage. Nur war damals nicht das Handspiel die häufigste Ursache, sondern die alte Regel mit den drei Ecken. So endeten die denkwürdigen Schlachten zwischen den Kickern auf der Straße oftmals 13:12 oder 14:13.

Zugegeben: In der Bundesliga sind die Ergebnisse noch nicht ganz so abenteuerlich. Aber auch in der obersten deutschen Profiliga ist ein Anstieg der erzielten Tore festzustellen. Grundsätzlich ist das natürlich auch gut, da mehr Tore in der Regel auch für mehr Spektakel stehen.

Das Problem der Tore, die durch Handelfmeter erzielt werden, ist die vorausgehende Diskussion um die vermeintlich strafbare Aktion. Alle Experten, Fans, Trainer und Spieler haben komplett unterschiedliche Meinungen zum Thema Handspiel. Diese Meinung kann sich auch von Woche zu Woche bei einer Person verändern, je nachdem auf welcher Seite man gerade steht.

Das Hauptproblem der aktuellen Regel ist, dass sie auf einem subjektiven Kriterium beruht. Dort heißt es nämlich, dass Handspiel strafbar ist, wenn der Ball absichtlich mit der Hand gespielt wird. Doch wie wir alle aus unterschiedlichsten Lebenssituationen wissen, ist es immer schwierig, einer anderen Person Absicht zu unterstellen. Warum sollten die Schiedsrichter das nun einwandfrei können? Natürlich gibt es mittlerweile Leitlinien, die es dem Schiedsrichter einfacher machen sollen, ein strafbares Handspiel zu erkennen. Nur sind diese leider nur schwer in der Praxis anwendbar.

Der grundsätzliche Tenor der aktuellen Debatte, dass die Handspiel-Regel einfacher werden soll, geht natürlich in die richtige Richtung und ist ein nachvollziehbarer Wunsch. Doch bevor es wirklich dazu kommt, braucht es durchaus einschneidende Regeländerungen der IFAB-Regelhüter. Vorschläge gibt es zu Hauf.

Die aktuelle Umsetzung, bei gefühlt jedem auf den Punkt zu zeigen, will sicherlich keiner. Wir müssen bei diesem Thema endlich vom Strafstoß-Dogma weg! Nicht jedes Vergehen im Sechzehnmeterraum sollte mit einem Elfmeter geahndet werden.

Beispiel: Die Situationen, wo Flankenbälle den Verteidiger auf der Strafraumlinie beim Hochspringen am Arm treffen, sind für mich nicht elfmeterwürdig, wenn in der Mitte noch weitere Verteidiger stehen. Dann sollte es indirekten Freistoß geben - mehr nicht!

Dann müssten die Verteidiger auch nicht mehr mit imaginären Handschellen auf dem Rücken durch den Strafraum laufen. Denn diese ist, im Gegensatz zu den meisten anderen Armbewegungen eines Fußballspielers, für mich die mit Abstand “unnatürlichste”.


Bis zur nächsten Grätsche
Euer Grischa



Autor und Fußball-Experte Grischa Hindel ist bei TorAlarm für redaktionelle Inhalte zuständig. In seiner Kolumne Grischas Grätsche schreibt er jede Woche ganz persönlich über das aktuelle Fußballgeschehen und alles, was ihn bewegt - begeistert, amüsiert, nervt. Seit seiner Kindheit dem runden Leder verschrieben, war er auf dem Fußballplatz selbst aktiv und später regelmäßig als Fan im Stadion. Heute ist er voller Fußball-Know-how, das wir Euch nicht vorenthalten wollen.

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