Die neue Klub-WM würde dem nationalen Wettbewerb schaden

UhrCreated with Sketch.
Wie diese Woche bekannt wurde, soll nun wohl auch der FC Bayern an der reformierten Klub-WM ab 2021 teilnehmen. Den Münchnern würden dann Zusatzeinnahmen im dreistelligen Millionenbereich winken. Gleiches gilt für die Top-Mannschaften anderer Länder.


Karl-Heinz Rummenigge wird diese Woche eine gute Woche gehabt haben. Er ist ein großer Freund dieser neuen Idee, natürlich nur dann, wenn sein Klub auch daran teilnehmen darf. Scheinbar wurden die Fäden im Hintergrund nun so gezogen, dass die Teilnahme der Bayern als gesichert gilt. So war es dann auch Rummenigge, der sich im kicker sofort positiv zu den neuesten Entwicklungen äußerte und die Entscheidung als “richtig” einordnete.

Die Frage, die sich alle anderen Vereine aber nun stellen müssen: Was bedeutet das für uns, wenn die Bayern eine weitere sichere Einnahmequelle im hohen Millionenbereich haben. Bei den meisten scheint die Tatsache, dass der Rekordmeister allen auf ewig enteilt ist so sehr festgewachsen, dass sie sich schon gar nicht mehr regen, wenn die Bayern einen weiteren Wettbewerbsvorteil erhalten. Für diese Vereine geht es lediglich darum Zweiter, Dritter oder Vierter in Deutschland zu werden. Doch sollte es in einer Meisterschaft nicht eigentlich darum gehen, dass diese jeder gewinnen kann?

Ich könnte mir vorstellen, dass sich jetzt einige denken “Warum stellt der ausgerechnet jetzt diese Frage? Der Zug ist doch schon längst abgefahren.”. Darauf kann ich nur antworten: Ja, das mag für den Moment stimmen, doch sollten wir uns deswegen nicht mit dem Status quo zufrieden geben, sondern eher nach Lösungen suchen, die den sportlichen Wettbewerb wieder mehr in den Vordergrund rücken. Die reformierte Klub-WM wird hingegen genau das Gegenteil bewirken und deshalb ist es genau jetzt der richtige Zeitpunkt, dies erneut anzusprechen.

Wir sollten uns nicht mehr mit Schein-Meisterschaftskämpfen zufrieden geben, wenn andere Teams nur eine (minimale) Chance haben, weil die Bayern zu unkonstant sind. Den Amerikanern wird oft vorgeworfen, dass ihre Sportarten nur auf Show und Geld ausgerichtet sind. Das mag nicht falsch sein, aber neben dem ganzen Drumherum geht es auf dem Platz meist auf Augenhöhe zu und der sportliche Wettkampf ist somit authentischer als hierzulande.

Die Fußballverbände und -vereine würden also gut daran tun, ein bisschen von ihrem hohen Ross herunterzukommen und vermehrt über den Tellerrand zu schauen.
Ansonsten sollte die DFL einfach überlegen, in Zukunft eine Meister-ohne-Bayern-Schale an den Tabellenzweiten zu vergeben. Die Fußballfans hierzulande werden es schon schlucken.


Bis zur nächsten Grätsche
Euer Grischa



Autor und Fußball-Experte Grischa Hindel ist bei TorAlarm für redaktionelle Inhalte zuständig. In seiner Kolumne Grischas Grätsche schreibt er jede Woche ganz persönlich über das aktuelle Fußballgeschehen und alles, was ihn bewegt - begeistert, amüsiert, nervt. Seit seiner Kindheit dem runden Leder verschrieben, war er auf dem Fußballplatz selbst aktiv und später regelmäßig als Fan im Stadion. Heute ist er voller Fußball-Know-how, das wir Euch nicht vorenthalten wollen.

Ihr habt Fragen, Anmerkungen oder Anregungen? Dann kontaktiert Grischa unter grischa@toralarm.com




Soziale Medien
Die Fussball-App TorAlarm

Die Bundesliga App TorAlarm bietet Fussball-Ergebnisse für mehr als 40 Fussball-Ligen (Bundesliga Resultate, Premier League oder Live Champions League Ergebnisse), Pokale und Turniere live und liefert zudem Tabellen, Torschützen, Fussball-Endergebnisse, rote Karten, Toralarm und andere Fussball-Live-Score Informationen. Bestimme individuell für welches Team du Push Benachrichtigungen erhalten willst und werde live über Tore und Fussball-Ergebnisse auf dem Laufenden gehalten.