Der Titel war verspielt

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Letzte Woche sagte Lucien Favre kurz nach dem Abpfiff des enttäuschenden Revierderbys: „Der Titel ist verspielt.” Es war ein sehr ehrlicher Moment des Schweizers: Die Emotionen sprachen aus ihm.


Ohne es zu beabsichtigen, hat er die Bayern damit in falscher Sicherheit gewogen. Denn knapp 24 Stunden später zeigte der amtierende Meister, was passiert, wenn man sich seiner Sache schon vorher zu sicher ist. Die Münchener verpassten also in Nürnberg die Vorentscheidung in der Meisterfrage. Nun sind es also drei Spieltage vor Schluss nur zwei Punkte, die den BVB vom FCB trennen. Bei nur einer Bayern-Niederlage hätten die Schwarz-Gelben die Nase vorn, wenn sie denn gleichzeitig gewinnen.

Die Kritik an Lucien Favre, warum er die Flinte so früh schon ins Korn geworfen hatte, nahm darauf exorbitant zu. Doch versetzen wir uns in seine Lage, kurz nach Abpfiff der brutalen Niederlage gegen die Schalker, mit der Gewissheit, dass die Bayern einen Tag später beim Kellerkind Nürnberg davonziehen können - wer von uns hätte nicht genauso resigniert wie in diesem Moment der BVB-Trainer?

Intern wird spätestens nach dem 1:1 der Münchener der Glaube wieder zurückgekehrt sein. Der Glaube daran, die siebenjährige Durststrecke zu beenden. Schon Anfang der Woche wird sich die schwarz-gelbe Mannschaft auf das immer noch vorhandene Ziel, die Meisterschaft, erneut eingeschworen haben.

Der BVB liegt nun wie ein Fuchs auf der Lauer und wartet auf den nächsten Patzer des Rekordmeisters. Zwar haben die Dortmunder auch kein leichtes Restprogramm, aber das der Münchener ist deutlich schwerer. Für die Borussia gilt es, den Rückstand dieses Wochenende nicht größer werden zu lassen, denn an den letzten beiden Spieltagen haben sie dann die leichteren Gegner.

So bekommt das heutige Spiel der Dortmunder erneut vorentscheidenden Charakter. Sollten die Bayern ihr Heimspiel gegen Hannover gewinnen, dann steht der BVB am Abend in Bremen gehörig unter Druck. Meistern die Borussen diese Aufgabe, können sie mit Rückenwind in die letzten zwei Aufgaben gehen. Vielleicht muss dann am Ende doch noch Nico Kovac den Satz von Lucien Favre aufgreifen.

Den einzigen Wunsch, den alle (neutralen) Fußballfans haben, ist diesen Satz möglichst spät in dieser Saison erst wieder zu hören - und zwar erst dann, wenn es wirklich passiert ist.


Bis zur nächsten Grätsche
Euer Grischa




Autor und Fußball-Experte Grischa Hindel ist bei TorAlarm für redaktionelle Inhalte zuständig. In seiner Kolumne Grischas Grätsche schreibt er jede Woche ganz persönlich über das aktuelle Fußballgeschehen und alles, was ihn bewegt - begeistert, amüsiert, nervt. Seit seiner Kindheit dem runden Leder verschrieben, war er auf dem Fußballplatz selbst aktiv und später regelmäßig als Fan im Stadion. Heute ist er voller Fußball-Know-how, das wir Euch nicht vorenthalten wollen.

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